Digitalisierung in Industrie und Handel: Herausforderungen, Chancen & Erfolgsbeispiele
Unternehmen aus Industrie und Handel stehen im Zuge der Digitalisierung vor tiefgreifenden Veränderungen. Einerseits eröffnen die neuen technologischen Möglichkeiten zwar lukrative Wettbewerbschancen – andererseits sind dafür aber auch teils immense strategische, organisatorische und kulturelle Hürden zu überwinden. Unser Beitrag beleuchtet die größten Herausforderungen, zeigt Lösungsansätze für eine ganzheitliche Digitalisierung auf und hebt die zentrale Rolle digitaler Architekten als strukturierende Kraft im Transformationsprozess hervor. Mit einer Checkliste zur Projektbewertung und konkreten Erfolgsbeispielen.

In diesem Artikel behandelte Themen
- Die digitale Transformation ist mehr als ein Technologieprojektn
- Zur Einordnung: Was digitale Architekten möglich machen
- Das Nadelöhr „Digitalstrategie“ als Startpunkt
- Spezifische Herausforderungen in Industrie und Handel
- Drei Erfolgsbeispiele aus Industrie und Handel
- Fazit: Digitalisierung braucht eine tragfähige Architektur
Ziel des Beitrags: Entscheider in Industrie und Handel erfahren, wie digitale Architekten die Digitalisierung ihrer Unternehmen erfolgreich umsetzen und weiter vorantreiben können.
Die digitale Transformation ist mehr als ein Technologieprojekt
Die Digitalisierung ist weit mehr als reine IT-Modernisierung – vielmehr verändert sie Wertschöpfung, Geschäftsmodelle und Marktpositionen grundlegend. Daher stehen Unternehmen aus Industrie und Handel heute mehr denn je unter Zugzwang. Denn der internationale Wettbewerbsdruck wächst, der Fachkräftemangel verschärft sich branchenübergreifend, und regulatorische Anforderungen – von Datenschutz über Nachhaltigkeitsreporting bis zur Cybersecurity – nehmen stetig zu. Wer jetzt nicht handelt, riskiert nicht nur Effizienzverluste, sondern läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren.
Gleichzeitig bieten neue technologische Entwicklungen enorme Chancen. So sind automatisierte Prozesse, datenbasierte Entscheidungen, neue Geschäftsmodelle und resiliente Lieferketten keine Vision mehr. Sie sind zentrale Erfolgsfaktoren!
Indes, der Weg zur digitalen Exzellenz ist nicht selten holprig. So stoßen Unternehmen häufig auf Integrationsprobleme in historisch gewachsenen Systemlandschaften, auf kulturellen und personellen Widerstand gegen Veränderung sowie auf Unsicherheiten bei Investitionen. Auch fehlt es oftmals an der für eine „Herkulesaufgabe“ wie die digitale Transformation nötigen Agilität. Doch diese Komplexität ist beherrschbar, wenn Struktur und Methodik die scheinbare Überforderung auflösen.
Fakt bleibt aber: Laut der Boston Consulting Group verfehlen rund 70 Prozent aller digitalen Transformationsprojekte ihre Ziele teilweise oder vollständig. Und genau hier kommen digitale Architekten als verbindendes Glied zwischen Strategie, Technologie und Organisation ins Spiel. Kurz: als Schlüsselakteure im Change-Management.
Im Folgenden zeigen wir, wie typische Digitalisierungshemmnisse in Industrie und Handel durch digitale Architekten überwunden werden können.
Zur Einordnung: Was digitale Architekten möglich machen
Digitale Architekten nehmen eine Schlüsselrolle ein, wenn es darum geht, komplexe Digitalisierungsvorhaben erfolgreich zu gestalten. Anders als klassische IT-Dienstleister und viele herkömmliche Digitalagenturen verbinden sie technologisches Know-how mit strategischem Weitblick und organisatorischem Verständnis.
Was digitale Architekten auszeichnet:
- Ganzheitlicher Blick: Denken in Plattformen und Ökosystemen statt in Einzellösungen
Ihr methodisches Vorgehen umfasst:
- Strategie vor Tool-Auswahl: Technologie folgt dem Ziel, nicht umgekehrt
Zudem unterliegen digitale Architekten als externe Dienstleister nicht (oder zumindest weitaus weniger) unternehmensinternen Betriebslogiken, „politischen“ Rücksichtnahmen oder gewachsenen Denkmustern.Auch darin liegt ihre Effizienz.
Das Nadelöhr „Digitalstrategie“ als Startpunkt
Wer Digitalisierung wirkungsvoll gestalten will, braucht zunächst eine professionelle Digitalstrategie, die alle Unternehmensbereiche einbindet. Zumal die vergangenen Jahre – geprägt von Marktverwerfungen und Krisen wie zuletzt die Corona-Pandemie – deutlich zeigen: Isolierte Einzelaktionen wie etwa die „überstürzte“ Einführung neuer digitaler Tools führen selten zum Erfolg.
Eine digitale Strategie dagegen verbindet technologische Potenziale punktgenau mit den Zielen des Unternehmens und stärkt Agilität. Sie schafft Orientierung, indem sie ein Zielbild, Prioritäten und Verantwortlichkeiten festlegt – bleibt jedoch flexibel genug, um auf dynamische technologische und marktbezogene Veränderungen reagieren zu können. Grundlage ist eine realistische Einschätzung der vorhandenen Kompetenzen, Systemlandschaften und Unternehmenskultur. So entsteht ein verbindlicher Fahrplan, der Veränderungsfähigkeit sichert und nachhaltigen Mehrwert schafft.
Durch dieses Nadelöhr müssen auch die allermeisten Unternehmen aus Industrie und Handel, wenn sie ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig erhalten wollen. Digitale Architekten sind hierfür die idealen Partner.
Ein typisches Beispiel aus der Praxis
Ein mittelständisches Industrieunternehmen ohne fundierte Digitalstrategie plant ein Kundenportal zur Verbesserung des Service-Erlebnisses. Die Anforderungen sind nur vage definiert, es fehlt an klarer Projektsteuerung, und das Team wird mehrfach neu zusammengestellt. Nach 14 Monaten und mehr als 200.000 Euro Investition wird das Projekt ohne greifbares Ergebnis abgebrochen. Und dies ist leider kein Einzelfall, sondern symptomatisch für viele Digitalprojekte. Besonders in regulierten Branchen wie Industrie und Handel – unter anderem durch komplexe Datenschutzanforderungen, heterogene Systemlandschaften und strenge Compliance-Vorgaben.
Spezifische Herausforderungen in Industrie und Handel
Die Digitalstrategie bildet allerdings „nur“ die Voraussetzung für alle nachfolgenden Digitalprojekte bzw. die weiteren Digitalisierungsschritte. Gleichwohl ist sie unabdingbar. Denn erst wenn strategische Ziele, Prozesse und Technologien aufeinander abgestimmt sind, können digitale Vorhaben wie beispielsweise die Einführung eines Kundenportals, der Rollout eines IIoT-Systems oder die Integration von Omnichannel-Vertriebslösungen wirksam umgesetzt werden.
Hier die zentralen Herausforderungen im Überblick:
Herausforderungen in der Industrie
- Kluft zwischen OT und IT: Produktionstechnologien (Operational Technology) und Informationstechnologien sprechen unterschiedliche Sprachen, nutzen verschiedene Standards und werden oft von getrennten Teams betreut.
Herausforderungen im Handel
- Omnichannel-Komplexität: Die Integration von stationärem Handel, Online-Shops, Marktplätzen und Apps erfordert durchdachte Architekturen.
Reality-Check: Wo lauern unsere Digitalisierungsfallen?
Nutzen Sie diese Checkliste, um vor Projektstart kritische Risiken Ihrer Digitalisierungsinitiative zu identifizieren – basierend auf typischen Scheiternsursachen in Industrie und Handel.Strategische Verankerung
- Haben wir ein verbindliches Zielbild – nicht nur für dieses Projekt, sondern für unsere digitale Evolution?
- Steht die Geschäftsführung nicht nur finanziell, sondern operativ hinter dem Vorhaben?
Technologische Tragfähigkeit Change-Kapazitäten
- Kennen wir alle relevanten Schnittstellen zu Legacy-Systemen – und deren Migrationskosten?
- Ist die gewählte Lösung auch in fünf Jahren noch flexibel anpassbar?
- Liegt eine realistische Einschätzung der Wartungs- und Betriebskosten vor?
Wirtschaftlichkeit & Förderung
- Sind mindestens 20 Prozent des Gesamtbudgets für Schulungen, Kommunikation und „Digital Champions“ reserviert?
- Gibt es Widerstände in Schlüsselabteilungen – und wie adressieren wir sie?
- Existiert ein Kommunikationskonzept für alle betroffenen Stakeholder?
Nur wenn nicht mehr als zwei Fragen mit „Nein“ beantwortet werden, ist das Projekt startklar – mit Monitoring der Risikopunkte. Andernfalls gilt es, zunächst die kritischen Lücken zu schließen oder gar eine strategische Neuausrichtung vorzunehmen. Digitale Architekten helfen bei der Bewertung.
- Sind Einsparungen/Umsatzsteigerungen quantifiziert – auch bei Teilabbruch?
- Haben wir Programme wie go-digital oder Digital Jetzt auf Förderfähigkeit geprüft?
- Liegt eine realistische Wirtschaftlichkeitsberechnung über den gesamten Lebenszyklus vor?
Drei Erfolgsbeispiele aus Industrie und Handel
Wie die Digitalisierung ein Unternehmen konkret herausfordert, zeigt sich also immer erst im Zusammenspiel mit gewachsenen Strukturen, Geschäftsmodellen und der jeweiligen Unternehmenskultur. Je nach Branche und Ausgangslage stellen sich die Hürden ganz unterschiedlich dar – seien es fragmentierte Systemlandschaften, zu geringe Veränderungsbereitschaft in den Teams oder veraltete Kernsysteme, die Innovationen blockieren. Auch Compliance ist ein Dauerthema.
Die nachfolgenden drei Erfolgsbeispiele machen greifbar, wie sich die oben genannten Herausforderungen in Industrie und Handel konkret äußern – und welche Lösungen digitale Architekten bieten, um nachhaltige Veränderung möglich zu machen.
Erfolgsbeispiel 1: Zentrale IIoT-Plattform für das Facility Management
Ein europäischer Filialist eines Einzelhandelskonzerns stand vor der Herausforderung, seine technische Gebäudeverwaltung zu optimieren, die auf einer fragmentierten Landschaft autarker Silo-Lösungen unterschiedlicher Anbieter basierte. Dies führte zu mangelnder Transparenz, hohem Wartungsaufwand und fehlender Dienstleisterkontrolle.
Der Lösungsansatz digitaler Architekten:
- Konsolidierung statt Ersatz: Es wurde eine cloudbasierte IIoT-Plattform geschaffen, die bestehende Datenquellen und MSR-Systeme integrierte, ohne diese auflösen oder neue Hardware beschaffen zu müssen.
Das Ergebnis: Eine skalierbare Serviceplattform, die Prozesse optimiert, Serviceeinsätze rationalisiert und die vertragsmäßige Abwicklung von Facility-Maßnahmen transparent macht. Sie ebnet den Weg für neue, datengetriebene Geschäfts- und Abrechnungsmodelle und schafft erhebliche Einsparpotenziale.
Erfolgsbeispiel 2: Agiler Aufbau eines B2B-E-Commerce-MVP
Ein international führender Spezialanbieter im B2B-Bereich wollte testweise den Vertrieb einer Produktsparte digitalisieren – ohne bisherige Online-Handel-Erfahrung und bei minimalem Budget. Zentrale Herausforderungen waren die Klärung grundlegender operativer Fragen und die Vermeidung teurer Individualentwicklungen.
Der Lösungsansatz digitaler Architekten:
- Lean-Entwicklung auf einer Shopware-Lösung: Aufsetzen eines kosteneffizienten Shop-Systems unter strikter Nutzung von Standard-Plugins.
Das Ergebnis: Ein funktionsfähiger, schlanker Prototyp-Shop, der erfolgreich eine Produktsparte digitalisiert und erste Bestellungen abwickelt. Das Projekt optimierte interne Prozesse, steigerte die Digitalkompetenz im Unternehmen und etablierte einen neuen digitalen Vertriebskanal.
Erfolgsbeispiel 3: Nutzerzentrierter Corporate-Relaunch mit Fokus auf Lösungskompetenz
Ein weltweit führendes Technologieunternehmen aus dem Industriesektor wollte seinen Internetauftritt modernisieren, um sein innovationsgetriebenes Markenimage widerzuspiegeln. Im Vordergrund stand die Verbesserung der User Experience und eine strategische Neuausrichtung weg von detaillierten Produktdarstellungen hin zur Vermittlung von Lösungskompetenz.
Der Lösungsansatz digitaler Architekten:
- Data-Driven UX: Grundlage der Neuentwicklung waren quantitativ und qualitativ erhobene Kundendaten, Web-Analyse und UX-Tests, um Aufbau, Menüstruktur und Inhalte optimal zu definieren.
Das Ergebnis: Eine sehr moderne, informative Website mit tollem Look & Feel, die die technologische Marktführerschaft des Unternehmens unterstreicht und dem Nutzer eine schnelle Kontaktmöglichkeit bietet. Die User Experience war der Leitgedanke dieser erfolgreichen Umstellung.
Fazit: Digitalisierung braucht eine tragfähige Architektur
Die obigen Erfolgsbeispiele zeigen: Mit dem richtigen Ansatz und einem passenden Partner lassen sich selbst komplexe Digitalisierungsvorhaben wirkungsvoll realisieren. Entscheidend sind eine klare Strategie, tragfähige Strukturen, die Einbindung der Mitarbeitenden und ein methodisches Vorgehen, das Flexibilität mit Stabilität verbindet. Sonst droht speziell im agilen Projektmanagement das, was wir bei blindwerk augenzwinkernd als „Definition of Doom“ bezeichnen.
Unternehmen in Industrie und Handel stehen damit vor einer großen architektonischen Aufgabe, die Technologie, Prozesse, Organisation und Kultur gleichermaßen umfasst. Der Schlüssel liegt nicht in Tools, sondern im ganzheitlichen Zusammenspiel – gesteuert durch eine klare Vision.
Digitale Architekten wie blindwerk übernehmen dabei eine zentrale Rolle, indem sie technologische Expertise mit strategischem Denken und Veränderungskompetenz kombinieren. Ihr strukturierter Ansatz – von der Analyse über die Architekturplanung bis hin zur agilen Umsetzung – schafft die Grundlage für nachhaltige digitale Exzellenz.
blindwerk plant, baut und betreibt digitale Lösungen für komplexe Anforderungen – strukturiert, technologieoffen und förderfähig. Jetzt kostenloses Chemistry Meeting vereinbaren!
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